Jugendhilfeausschuss diskutiert über Coffeeshops

coffeeshops

Am Dienstag, den 27.05.2014 war es das zweite Mal soweit, dass der Antrag der Piraten-Partei Steglitz-Zehlendorf zur Abstimmung im Jugendhilfeausschuss (JHA) vorlag. Es war der Wunsch vorangegangen, das es einen Fachinput von Experten geben soll, welche den Mitgliedern des JHA einen Grundüberblick zum Thema Cannabis geben.

Diese Experten waren Astrid Leicht von Fixpunkt – Verein für suchtbegleitende Hilfen e.V. und Andreas Gandter vom Therapieladen – Verein zur sozialen und psychotherapeutischen Betreuung Suchtmittelgefährdeter e.V.

Frau Leicht vertrat den Standpunkt ,das es in der gesamten Drogenpolitik eine Veränderung geben muss und es nicht mit einem Coffeeshop getan ist. Was an diesem Antrag gut sei ist, dass es wieder in eine Diskussion erreicht hat. Es gibt neue Probleme und neue Herausforderungen in der gesamten Drogenproblematik, denen sich gemeinsam und ressortübergreifend gestellt werden muss.

Herr Gandter hat einen Überblick über die Konsumenten, wonach in Berlin rund 1 Million der Einwohner bereits einmal Cannabis konsumiert haben. In dieser Rechnung werden alle Menschen von 10 bis 65 Jahre gezählt, die schon jemals und wenn nur einmal Cannabis konsumiert haben. Diese Zahl rechnete er nach Studien und Prävalenzen runter und relativierte diese Zahl insofern, das 140.000 Menschen in der letzten Woche und 240.000 Menschen in den letzten 12 Monaten konsumiert haben. Von diesen Menschen sind jedoch nur rund 1% abhängig und 1,2 % haben einen mißbräuchlichen Konsum. Problematisch ist es für ca. 50.000 der Menschen. Neben der Hülle der Zahlen schloss er sich eher der Meinung von Frau Leicht an, dass ein Coffeeshop keine Lösung ist, sondern in der Diskussion rund um die Drogenproblematik sich etwas bewegen muss.

Prävalenz des Cannabiskonsums in der Allgemeinbevölkerung
Zeitlicher Rahmen des Konsums
Lebenszeit Letzte zwölf
Monate
Letzte 30
Tage
Altersgruppe 15-64 Jahre
Deutschland 25,6 % 4,8 % 2,4 %
Niederlande 22,6 % 5,4 % 3,3 %
Frankreich 30,6 % 8,6 % 4,8 %
Europäischer Durchschnitt 23,2 % 6,7 % 3,6 %
Altersgruppe 15-34 Jahre
Deutschland 38,5 % 11,1 % 5,4 %
Niederlande 32,3 % 9,5 % 5,6 %
Frankreich 43,6 % 16,7 % 9,8 %
Europäischer Durchschnitt 32,0 % 12,1 % 6,6 %
Altersgruppe 15-24 Jahre
Deutschland 34,6 % 15,1 % 7,0 %
Niederlande 28,3 % 11,4 % 5,3 %
Frankreich 42,0 % 21,7 % 12,7 %
Europäischer Durchschnitt 30 % 15,2 % 8,0 %

Quelle: 2011 Annual report on the state of the drugs problem in Europe, EMCDDA, Lisbon, November 2011 und Statistical bulletin 2011, EMCDDA, General population surveys (GPS), Table GPS-1 part (ii-iv), Table GPS-2 part (i-iii) und Table GPS-3 part (i-iii)

Nach diesem sehr umfassenden Experten-Input begann die Diskussion im JHA. Es wurde sehr fachlich und konstruktiv diskutiert. In der anschließenden Abstimmung wurde der Antrag abgelehnt. Er geht mit dieser Empfehlung zurück in die Bezirksverordneten Versammlung. Allen Mitgliedern des JHA ist klar, das die Diskussion weitergeführt werden muss und auch für diesen Bezirk Strategien entwickelt werden müssen. Das wie, wer und wann wurde nicht besprochen. Wir werden Sie aber auf dem Laufenden halten.

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