Erstes Bürgerbegehren in Steglitz-Zehlendorf

Bürger gegen massive Bebauung in Berlin-Lichterfelde

Bloß keine Trabantenstadt!

Tagesspiegel – 11.05.2015 von Anett Kirchner

Die Anwohner finden Neubauten in Ordnung, aber nicht 2500 Wohnungen. Der Investor will auf dem ehemaligen Militärgelände Parks Range bauen. Das Bürgerbegehren Lichterfelde-Süd ist das erste in Steglitz-Zehlendorf und hat bereits mehr als 700 Unterschriften beisammen.

Name, Geburtstag, Anschrift: Er schreibt schnell, als sei er von etwas getrieben. Eberhard Speckmann trägt sich an diesem frühsommerlichen Nachmittag im Mai in die Unterschriftenliste zum Bürgerbegehren in Lichterfelde-Süd ein. Hinter ihm versperrt ein Tor mit Stacheldraht den Zugang zu einer wildromantischen Landschaft. Privatgrundstück. „Ich bin dafür, dass die Natur hier erhalten bleibt“, sagt Speckmann. Er wohne in der Nähe und sei in Sorge, dass eine weitere Trabantenstadt entstehe. Auch Mathia Specht-Habbel und Marianne Seeliger haben unterschrieben. Bis jetzt sind es etwas mehr als 700 Unterschriften, die die Initiatoren gegen ein geplantes Neubauprojekt auf dem ehemaligen Militärgelände Parks Range in Lichterfelde-Süd gesammelt haben. Um erfolgreich zu sein, müssen sie bis zum 21. Oktober 7000 gültige Unterschriften zusammentragen.

Die Aktion läuft seit etwa zwei Wochen. Es ist das erste Bürgerbegehren in Steglitz-Zehlendorf überhaupt; Neuland demnach auch für das Bezirksamt. „Die Bürger haben das gute Recht, ihren Willen kund zu tun“, sagt der Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU). Deshalb habe er Wert darauf gelegt, dass das Bezirksamt dem Verfahren schnell zustimmte. Ihm liege es fern, hierzu künstliche Hürden aufzubauen. Außerdem stimme er in weiten Teilen mit den Forderungen der Bürger für die Gestaltung des etwa 100 Hektar großen Geländes zwischen Réaumurstraße, Osdorfer Straße und der S-Bahntrasse überein. Vor allem in einem Punkt jedoch nicht: Dass maximal 1500 Wohnungen auf einer Fläche von höchstens 16 Hektar gebaut werden.

„Hier gehen unsere Meinungen auseinander“, sagt Kopp und bezieht sich auf eine Absichtserklärung, die der Bezirk mit der Groth-Gruppe – seit 2012 Grundstückseigentümer hier – getroffen hat. Darin heißt es unter anderem, dass der Bezirk und die Groth-Gruppe davon ausgehen, dass auf einer Fläche von circa 39 Hektar 2200 bis 2700 Wohnungen realisiert werden können. „An diese Vereinbarung halten wir uns“, betont der Bezirksbürgermeister.

Der übrige, größere Teil des Geländes – etwa 57 Hektar – soll hingegen naturnah bleiben, unbebaut, als sogenannte Grüne Mitte gestaltet werden. Seitdem die Alliierten hier im Jahr 1994 abgezogen sind, hat sich auf der Fläche eine einzigartige Kulturlandschaft mit hochwertigen Biotopen und Lebensräumen schützenswerter Arten entwickelt.

Unter anderem daraus ergibt sich der überwiegende Teil der Forderungen des Bürgerbegehrens. Im Einzelnen: Die Lebensräume geschützter Tier- und Pflanzenarten sollen erhalten und das Gebiet für die Naherholung geöffnet werden. Ferner sollen auf einer Fläche von höchstens 16 Hektar bis zu 1500 Wohnungen errichtet, die bestehenden Betriebe erhalten und neue Betriebe in einer Gewerbeinsel am Landweg angesiedelt werden. Weiter fordern die Bürger ein unabhängiges Verkehrsgutachten, um festzustellen, ob die Straßen in Lichterfelde-Süd den zusätzlichen Verkehr aufnehmen können. Überdies wollen sie erreichen, dass die Wohngebiete nahe der Bahn vor Lärm geschützt werden.

„Aus unserer Sicht hat ein Gutachten vom Dezember 2012 der Landschaftsarchitekten Fugmann/Janotta Bestand, das im Auftrag des Bezirksamtes erstellt wurde“, erläutert Helmut Schmidt vom Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde-Süd, in dem die Akteure des Bürgerbegehrens organisiert sind. Das Aktionsbündnis gibt es seit 2010 und wird von etwa 60 Anwohnern aktiv unterstützt.

Laut der angesprochenen Studie seien lediglich 16 Hektar des Areals ohne Probleme bebaubar. Auch führende CDU-Bezirksverordnete hätten seinerzeit von höchstens 1600 Wohnungen gesprochen. „Und Norbert Kopp sagte, dass hier keine zweite Thermometersiedlung entstehen soll“, erinnert Schmidt. Die Thermometersiedlung, die als sozialer Brennpunkt im Bezirk gilt und direkt vis-à-vis der geplanten Bebauungsfläche liegt, habe etwa 2100 Wohnungen. 2500 seien dann deutlich mehr, rechnet Schmidt vor und zweifelt, dass bei diesen Dimensionen eine sozial verträgliche städtebauliche Entwicklung des Stadtteils möglich sei.

„Der schöne Neubau auf der einen und der verwahrloste Altbau auf der anderen Seite.“

„Wir sind für einen Neubau hier, ja, denn wir wissen, dass Wohnungen in Berlin gebraucht werden“, macht er deutlich. Aber in vernünftigem Maße und vor allem, indem man das soziale Umfeld in die Planungen einbeziehe. Nach einem Entwurf der Architekten Casanova und Hernandez, der im September 2014 vorgestellt wurde, seien aber neben Wohnhäusern ein neuer Stadtplatz mit Geschäften, Kitas, Spielplätzen, Sportflächen und einer Schule geplant. Nun befürchten die Anwohner, dass zwei gegensätzliche Kieze entstehen könnten: „Der schöne Neubau auf der einen und der verwahrloste Altbau auf der anderen Seite.“

Was hinzukommt: Zwei Workshopverfahren, organisiert von Groth-Gruppe und Bezirksamt; zum Städtebau und zur Grünen Mitte. „Ich war bei fast allen Workshops dabei und habe vergeblich versucht, die Interessen der Anwohner einzubringen“, erklärt Schmidt. Zwar seien seine Ideen in die Protokolle eingegangen, aber nicht in die Planungen.

Bürger fühlen sich nicht ernst genommen

Eigenartig finde er zudem, dass die Ergebnisse eines aktuellen Gutachtens von Dieter Meermeier zur Fauna des Grundstückes bisher nicht veröffentlicht worden seien. „Die Untersuchungen hätten in den städtebaulichen Entwurf mit einfließen müssen“, findet der Aktionsbündnis-Sprecher. All das und einige weitere Kritikpunkte hätten schließlich dazu geführt, dass sich die Bürger nicht ernst genommen fühlten. Deshalb gehen sie jetzt den Weg des Bürgerbegehrens.

Anette Mischler, Sprecherin der Groth-Gruppe, erklärt indes, dass das Gutachten von Dieter Meermeier sehr wohl Grundlage für die künftige Bebauung sein werde, vor allem für die Abwägung, wo gebaut werden könne und wo nicht. Das seien nach dem Baugesetzbuch festgelegte Verfahren, die bei jedem Baugrundstück durchgeführt würden. „Der heutige städtebauliche Entwurf berücksichtigt die Voruntersuchungen und das jetzige große Gutachten macht dann den Feinschliff“, sagt sie. Ob sich aus den aktuellen  Untersuchungen neue Erkenntnisse ableiten ließen, könne sie noch nicht sagen, da diese derzeit von den Fachleuten im Umweltamt eingesehen würden. Bezirksbürgermeister Norbert Kopp bittet um Geduld. Das Gutachten sei ganz „frisch“ und umfangreich; drei Bände mit etwa 1000 Seiten.

Planung sei „guter Kompromiss“

Die derzeitige Planung der Groth-Gruppe von circa 2500 Wohnungen, der auch alle Fraktionen der BVV zugestimmt hätten, wie Mischler erklärt, sei nach ihrer Ansicht ein guter Kompromiss: „Frühere Planungen sahen von Senatsseite sogar 4000 Wohnungen für das Gebiet vor.“

Wer die Forderungen des Aktionsbündnisses konsequent weiterdenke, sehe, dass eine Bebauung auf 16 Hektar mit einer Gewerbeinsel und 1500 Wohnungen inklusive der gesetzlich vorgeschriebenen Frei- und Spielflächen bedeute, dass dort eine Hochhaussiedlung entstehe. Also genau jene Trabantenstadt, die die Bürger eigentlich verhindern wollen.

Und das Gutachten, auf das sich die Bürger stützten, sei methodisch nicht korrekt und würde keiner juristischen Prüfung standhalten. Es biete lediglich Anhaltspunkte. „Hier wurden alte Kartierungen verwendet und eine eintägige Pi mal Daumen Betrachtung gemacht“, sagt Mischler.

Notwendig sei jedoch eine fundierte wissenschaftliche Dokumentation auf dem gesamten Grundstück während einer Vegetationsperiode, was mit dem aktuellen Gutachten von Dieter Meermeier gemacht worden sei. Die Grundlage für die in der Zwischenzeit vereinbarten 39 Hektar als bebaubare Fläche bilde eine gemeinsame Einschätzung des von der Groth-Gruppe beauftragten Gutachterbüros Lützow 7 und des vom Bezirk beauftragten Büros Fugmann/Janotta. …

Von der Redaktion von Zukunft Lankwitz hinzugefügt:

Weitere Informationen, sowie auch den Unterschriftenbogen finden Sie unter den folgenden auf der Webseite des Aktionsbündnis:

www.pruefstein-lichterfelde-sued.de/

Oder ebenfalls Informationen über die Planungen und Konzepte zur Parks Range auf den Seiten des Bezirksamtes Stegitz-Zehlendorf – Stadtentwicklung:

Stadtentwicklung Lichterfelde Süd

Steglitz-Zehlendorf zeigt Gesicht

IMG-20150425-WA0042Am Samstag den 25.04.2015, 14.30 Uhr vor der Sporthalle an der Lippstätterstraße wo seid Weihnachten Flüchtlinge aus aller Welt in einer Notunterkunft untergebracht werden bis sie zu ihren entgültigen Unterkünften gebracht werden können. Die Lippstätterstraße ist vorne und hinten abgesprerrt. Auf dem Ostpreußendamm laufen soviele Menschen einzeln und in Gruppen wie wahrscheinlich nicht in einem Monat da lang laufen. Die Frage ist wo wollen sie hin? Zur Kundgebung von Pro Deutschland oder zur Gegenkundgebung wo das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. und das Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf zu aufgerufen hat. Wir haben hinter der Lippstätterstr. einen Parkplatz gefunden und kommen von hinten an eine grosse Gruppe von Menschen ran. Es stellt sich immernoch die Frage wer sind sie? Je 20150425_154725näher wir kommen, desdo klarer wird es. Es sind Fahnen der verschiedenen Parteien der BVV zu sehen, Transparente werden hochgehalten, Menschen haben Schilder um. Wir haben die Gegenkundgebung gefunden. Wo aber ist die Kundgebung. Es war ein Mann mit einem Mikro, ein Mann mit einem Schild und  vielleicht 10 bis 15 Zuhörer. Ihnen Gegenüber standen rund 450 Menschen die klar sagten Flüchtlinge sind Willkommen und kein Platz für rechtes Gedankengut!

IMG-20150425-WA0040Es war schön dabei gewesen zu sein, speziell in der heutigen Zeit wo man immer mehr das Gefühl hat das die Menschen nur noch bis zu ihrer eigenen Wohnungstür und ihrern Vorgarten denken, ist es schön das wir gemeinsam bei einer solch wichtigen Sache wie den Rechten die Stirn zu zeigen die Menschen rauskommen und gemeinsam eine Front bilden mit der ganz klaren Nachricht: Flüchtlinge sind Willkommen!

Mitlerweile sind die letzten Flüchtlinge aus der Sporthalle ausgezogen und im Mai / Juni sollen die Unterkunft fertiggestellt sein und die Flüchtinge aus Kriegsgebieten einziehen können. Wir halten Sie auf dem laufenden.

Mieter müssen Lärm von Kindern dulden

Die Welt – 29.04.15
Norbert Schwaldt

Kinderlärm berechtigt nicht zur Mietminderung. Das hat 07der Bundesgerichtshof entschieden. Er pocht auf das Toleranzgebot: Geräusche vom Bolzplatz vor der eigenen Terrasse sind kein Mangel.

Kinderlärm ist kein Schaden und kein Grund zur Mietminderung. Dies gilt besonders seit einer Gesetzesänderung von 2011. Klagen geräuschempfindlicher Mieter gegen Spielplätze oder Kitas in der Nachbarschaft waren deshalb bislang grundsätzlich erfolglos. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nun über einen Fall entschieden, der bundesweit unzählige Vermieter befriedigen dürfte und die bisherige Rechtsprechung bekräftigt hat. Das Urteil: Ein Bolzplatz ist kein Grund zur Mietminderung. (Az: BGH VIII ZR 197/14).

In dem Fall ging es um die Frage, ob Vermieter eine Mietminderung von 20 Prozent hinnehmen müssen, wenn auf dem Bolzplatz einer Schule in der Nachbarschaft auch nach 18 Uhr noch gespielt und gelärmt wird. Die beklagten Mieter wohnten seit 1993 in einer Erdgeschosswohnung mit Terrasse in Hamburg. Sie kürzten die Miete wegen Lärmbelästigung, nachdem später – im Jahr 2010 – nur 20 Meter von ihrer Terrasse entfernt ein Bolzplatz auf dem Gelände der benachbarten Schule errichtet worden war. Dort sollten Kinder zwar lediglich von Montag bis Freitag bis 18 Uhr kicken dürfen. Den Mietern zufolge wurde dort aber auch später am Abend sowie am Wochenende Fußball gespielt.

Laut einer Vielzahl von Urteilen bis hin zum BGH müssen Nachbarn den Lärm von Kindern jedoch grundsätzlich ertragen. Dieses Toleranzgebot, das 2011 in das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) geschrieben wurde, soll ein „klares Signal für eine kinderfreundliche Gesellschaft“ sein. Geräusche spielender Kinder seien „Ausdruck der kindlichen Entwicklung und Entfaltung“ und daher grundsätzlich zumutbar. Demnach müssen Mieter Gerichten zufolge Babygeschrei aus der Nachbarwohnung ebenso hinnehmen wie den Lärm von einer Kita, einem Kinderspielplatz oder vom Pausenhof einer Grundschule.

BGH verweist Fall an Landgericht zurück

Im Hamburger Fall müssen die Mieter nach Auffassung des Landgerichts, zwar den Lärm vom Bolzplatz während der Schulzeit ertragen, nicht jedoch nach 18 Uhr oder an Wochenenden. Ihre Mietminderung sei deshalb gerechtfertigt. Dies gelte selbst dann, wenn der Vermieter gegen die Schule keinen Rechtsanspruch auf Lärmminderung haben sollte. Solch ein Risiko gehe allein auf Kosten der Vermieter, betonten die Richter der Vorinstanz.

Das sah der Bundesgerichtshof jedoch anders, der den Fall an das Landgericht zurückverwies. Unter anderem müsse geklärt werden, ob es sich um Jugendliche oder Kinder handle, die nach 18 Uhr vor der betroffenen Wohnung lärmten. Dies hatte das Landgericht nicht untersucht. Die BGH-Richter verwiesen auch darauf, dass der Vermieter mit Blick auf das Toleranzgebot gegenüber Kindern keine Handhabe hätte, gegen Lärm vorzugehen.

Auch „neu aufgetretene Lärmbelästigungen“ seien kein Mangel einer Mietwohnung. Dem BGH zufolge reicht das Toleranzgebot gegenüber Kindern so weit, dass die Hamburger Mieter sich nicht darauf berufen können, dass die Regelung erst nach Abschluss ihres Mietvertrags in Kraft getreten und deshalb auf ihre Situation nicht anwendbar sei.

Kinderhilfswerk begrüßt Urteil

Der Deutsche Mieterbund bezeichnete das Urteil als „sehr problematisch, weil hier das Mietminderungsrecht ausgehebelt wird“. Die Entscheidung der Obersten Richter sei ein „Bruch mit der bisherigen Rechtsprechung“, sagte Sprecher Ulrich Ropertz.

Der Eigentümerverband Haus & Grund begrüßte die Entscheidung. Sie entspreche dem „üblichen Gerechtigkeitsempfinden“, erklärte Hauptgeschäftsführer Kai Warnecke. „Der Vermieter hatte keine Chance, den vermeintlichen Mangel abzustellen, und hätte trotzdem dafür geradestehen müssen.“ Es sei aber Aufgabe der Behörden, dafür zu sorgen, dass die Regeln zur Nutzung von Spielplätzen eingehalten würden.

Das Deutsche Kinderhilfswerk bewertete die Entscheidung ebenfalls positiv. „Ansonsten wären hier Klagen gegen Vermieter in Bezug auf Lärm von Kinderspielplätzen Tür und Tor geöffnet“, erklärte Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann. Das Kinderhilfswerk bemängelte jedoch, dass vor dem zuständigen Landgericht nun noch einmal Lärmbelästigungen durch Jugendliche und junge Erwachsene Thema seien. Ein Urteil, das Jugendlärm als „nicht sozialadäquat“ einstufe, könnte eine „fatale Signalwirkung“ haben.

Spielplätze gehören zum Wohnen

Kinderlärm in der Nachbarschaft ist immer wieder ein Thema vor deutschen Gerichten. Und Bolzplätze erregen oft die Gemüter. Fußballspielen ist eben die Leidenschaft vieler Jugendlicher. Nicht immer wählen sie für ihr Hobby sozialverträgliche Orte. So war es auch in einer Gemeinde in Rheinland-Pfalz. In einer Nebenstraße, an einem Wendehammer, nutzten die Nachwuchsfußballer einen Trafokasten als Zielobjekt. Ständig zielten sie darauf.

Das taten sie auch, nachdem Schilder mit den Aufschrift „Ballspielen nicht erlaubt“ und „Kein Bolzplatz“ angebracht worden waren. Ein Nachbar, dessen Grundstück nur 19 Meter entfernt war, wurde fortwährend gestört. Nach Ansicht des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz (Az.: 7 A 10789/07.OVG), das der Betroffene angerufen hatte, musste die zuständige Verbandsgemeinde in diesem Fall allerdings gegen das unerlaubte Fußballspielen einschreiten.

Doch Spielplätze gehören eben zum Wohnen. Lärm, den diese Einrichtungen mit sich bringen, muss akzeptiert werden, so vor Jahren schon das Oberverwaltungsgericht Münster (Az.: 11 A 1288/95). Lärm, der von einem angrenzenden Außenspielplatz eines Kindergartens ausgeht, müssen Anwohner auch dulden. Die Geräusche spielender Kinder seien „Ausdruck von kindlicher Entfaltung und Entwicklung“ und deshalb keine „schädliche Umwelteinwirkung, sondern grundsätzlich zumutbar“, urteilte das Landgericht Braunschweig (Az.: 2 O 1307/09).

Lautere Ermahnungen der Eltern sind hinzunehmen

Kinderlärm rechtfertigt auch keine (fristlose) Kündigung wegen Störung des Hausfriedens. Vermieter und Mitmieter müssen Lärmbeeinträchtigungen tolerieren, soweit sie sich als Folge typischen, altersbedingten Verhaltens darstellen, entschied das Landgericht Bad Kreuznach (Az.: 1 S 21/01). Ausnahme seien lediglich sensible Wohnbereiche, also beispielsweise ein Krankenhaus oder eine Pflegeanstalt auf dem Nachbargrundstück.

Ein Ehepaar, das in einem Mehrfamilienhaus unterhalb einer neu eingezogenen Familie mit Kindern wohnt, kann auch nicht verlangen, dass die Kinder auf Knopfdruck zu den Ruhezeiten still zu sein haben. Ein Lärmprotokoll, aus dem hervorgeht, dass die Kinder in Ruhezeiten ,,Lärm gemacht haben“, könne nicht dazu führen, dass die Familie zunächst eine Mahnung und später eine Kündigung des Mietvertrags erhalte, so ein Urteil des Amtsgerichts Hamburg-Harburg ( Az.: 641 C 262/09).

Zur vertragsgemäßen Nutzung einer Wohnung gehört auch, dass Kinder entsprechend ihrem Spiel- und Bewegungstrieb spielen und lärmen. Auch lautere Ermahnungen der Eltern sind hinzunehmen, befand das Amtsgericht Oberhausen (Az.: 32 C 608/00 WM 2001, 464).

Doch wie sieht es mit den Geräuschen aus, die von den Spielgeräten der Kinder ausgehen? Grundstücksnachbarn störten sich an einer 30 Meter langen Seilbahn auf einem Kinderspielplatz. Die Betroffenen klagten wegen Lärmbeeinträchtigung auf einen Abbau des Geräts oder auf ein Nutzungsverbot. Das Spielgerät durfte aber bleiben. Es handle sich hier um die völlig übliche Ausstattung eines Kinderspielplatzes. Gesetzlich sei es eindeutig geregelt, „dass von Kinderspielplätzen hervorgerufene Geräuscheinwirkungen im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung sind“. (Bundesverwaltungsgericht, Az.: 7 B 1.13)

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Die Antworten auf Ihre Fragen an den Bürgermeister

Der Kiez-Report hat sich eine wirklich gute neue Idee ausgedacht. Was wollten Sie schon immer mal den Bürgermeister fragen? Es wurden rund 14 Tage Fragen gesammelt und zusammengefasst und dem Bürgermeister gestellt. In einer mehrteiligen Reihe können Sie den Antworten von Herrn Bürgermeister Kopp lauschen. Wir haben die Ausgaben für Sie hier zusammengefasst.

 

Bürgerbegehren gestartet

Berliner Abendblatt online – 30.04.2015

Lichterfelde-süd Natur soll erhalten bleiben

Das Bürgerbegehren „Natur- und Landschaftsschutz in Lichterfelde mit Wohnen und Arbeiten vereinbaren“ wurde vom Senat zugelassen. Anlass dafür ist die geplante Bebauung des „Parks-Range“-Geländes. Im nächsten halben Jahr müssen 7.000 Unterschriften für die Forderungen des Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde-Süd gesammelt werden. In einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 13. Mai, um 18 Uhr im BVV-Saal des Rathauses Steglitz stehen die Initiatoren für Fragen zur Verfügung.

http://pruefstein-lichterfelde-sued.de/

 

Lankwitzer Salon 1`te Auflage – Ein Erfolg

Am Anfang ist wie bei den meisten Dingen eine Idee! Diese entstand bei einem netten Plausch im Film-Kultur-Café mit unserem allseits beliebten Kiez-Reporter und der Sprecherin des Runden Tisch Lankwitz-Südende. Wir plauschten über dies und das, über Lankwitz und die Menschen, die in unser aller Kiez wohnen. Die Lankwitzer sind besonders. Das denken wahrscheinlich alle Bezirke irgendwo von sich, aber ich denke in Lankwitz ist alles ein bisschen langsamer, als im Rest der Welt. Das ist nicht negativ gemeint, sonder total positiv. Ich bin selbst in Lankwitz groß geworden und hätte mich das Schicksal nicht nach Lichterfelde verschlagen, würde ich da heute noch wohnen und nicht nur arbeiten. – Die Frage die im Raum stand war, was könnte die Lankwitzer interessieren, was könnten sie spannend finden und würden sie an einem Abend ihr Haus verlassen? Wir kamen auf eine Art von Talkrunde mit interessanten Gästen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Die Idee war geboren und war einfach toll. Nur man weiß ja nie, ob das auch andere Menschen finden? Das war die Herausforderung. Die Gäste waren schnell gefunden und sie hatten auch alle Zeit und Lust zu kommen. Am Freitag war es dann soweit, 19.00 Uhr im Film-Kultur-Café in Lankwitz. Ab 18.30 Uhr füllte sich der kleine Raum. Die Stimmung war gut und die Spannung groß.

Das Konzept sieht einen unterhaltsamen kleinen Plausch über 2 Stunden mit den verschiedensten Menschen aus den unterschiedlichsten  Bereichen vor. Es gibt kein vorgefertigtes Thema, sondern die Themen entstehen im Gespräch. Das ganze wurde moderiert von Silvia Härtel, Sprecherin vom Runden Tisch Lankwitz-Südende und Patrick Meyer, freier Fernsehjournalist und Kiez-Reporter. Unsere Gäste kamen aus den Bereichen Rundfunk, Politik, Gewerbe und Sport:

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Frau Schaefers und Rik de Lise

Rik De Lisle,  Programmdirektor von 94,3 rs2

Yvonne Schaefers, Geschäftsführerin Haus der Optik Lankwitz, Verkaufs- und Kommunikationstrainerin

 

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Herr Viernickel und Frau Markl-Vieto

 

Christa Markl-Vieto, Bezirksstadträtin für die Abteilungen Jugend, Gesundheit, Umwelt und Tiefbau

Tobias Viernickel, Vize-Präsident des BFC Preussen 1894 e.V.

 

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Einladung zum Runden Tisch Lankwitz-Südende

Der nächste Runde Tisch Lankwitz-Südende steht vor der Tür, so wie der Frühling in unseren Kiez Einzug genommen hat. Die Sonne zeigt sich immer mehr und auch die Menschen halten sich wieder mehr im Freien auf. Mit dem Einzug des Frühlings nähren sich auch die beiden Veranstaltungen des Jahres: Das „Kiez-Fest“ und der „Marktplatz der Ideen“.  Das Grobe ist für beide Veranstaltungen geplant, nun fehlt es nur noch am Feinen, das „Wer?, Was?“, Wann? und Wo?“. Das wird neben dem Spielplatz der Generationen, Berlin räumt auf und Wünschen und Schenken das Schwerpunktthema sein.

Der nächste Runde Tisch wird stattfinden:

Datum:     15.04.2015
Zeit:           18.00 Uhr 09
Ort:            Kinder-, Jugend- und Familientreff Käseglocke
                   Leonorenstr. 65
                   12247 Berlin
Wir haben wie immer die Einladung als PDF für Sie hinterlegt, uns würden über eine rege Teilnahme freuen.